Buddha wurde um 560 v. Chr. als Sohn einer Fürstenfamilie am Südrand des heutigen Nepal nahe der damaligen Stadt Kapilavastu geboren.

Die Familie gehörte zum Geschlecht der Shakyas und zur Linie der Gautamas, woher sein Name Siddhartha Gautama Shakyamuni kommt.

Die Legende besagt, dass seine Geburt in einer Vollmondnacht von besonderen Zeichen begleitet war, und dass seine Eltern folgende Prophezeiung erhielten: "Wenn der Junge nicht mit den Leiden der Welt in Berührung kommt, wird er ein großer Herrscher werden und all eure Wünsche erfüllen. Sollte er aber das Leid-bringende aller bedingten Zustände wahrnehmen, wird er euch verlassen und eine ganz neue Dimension in die Welt bringen."

Die Eltern, die ihn zu einem König machen wollten, beschlossen daraufhin, ihn innerhalb des Palastes in einer künstlichen Welt großzuziehen, in der es nur Jugend, Schönheit, Vergnügen und freudvolle Erlebnisse gab. Er genoss eine umfassende Ausbildung in allen Wissenschaften, Künsten und Sport - und als Mitglied der Kriegerkaste auch in der Kampfkunst. In allen Disziplinen glänzte er schon als Kind durch hervorragende Begabung. Bei seinen wenigen Ausflügen in die "normale" Welt wurde alles so vorbereitet, dass er nur junge, gesunde und glückliche Menschen sah. Der junge Prinz wuchs in einer Luxuswelt heran. Abgeschottet von den Leiden der Welt genoss er das Leben, heiratete und bekam einen Sohn.

So lebte er bis zu seinem 29. Lebensjahr, als er bei heimlichen Ausflügen die Schattenseiten des Lebens kennen lernte. An drei aufeinander folgenden Tagen sah er einen schwer kranken Menschen, einen Alten und einen Toten. Das alltägliche Leiden der Welt, an das man sich normalerweise ganz allmählich während des Aufwachsens gewöhnt, traf ihn völlig unvorbereitet und erschütterte ihn zutiefst. Er musste plötzlich erkennen, dass weltliche Freuden, Schönheit, Kraft und Jugend bedingt und vergänglich sind.

Am nächsten Tag machte er eine weitere Erfahrung, die sein Leben prägen sollte: Er sah einen Mann mit glücklichem, zufriedenem Gesichtsausdruck in tiefer Meditation sitzen und verstand, dass wirkliche Freiheit nur im eigenen Geist zu finden ist. Zu dieser Einsicht vorzudringen, schien ihm im Rahmen seines gesellschaftlichen Lebens jedoch unmöglich, und er beschloss, sein Prinzen-Dasein aufzugeben. Er schnitt sein langes Haar - das Zeichen seiner adligen Abstammung - und zog hinaus in die Wälder. Er studierte bei angesehenen Lehrern seiner Zeit und übte sich in Meditation. Doch keine der erlernten Methoden oder Lehren konnten ihn jenseits begrenzter, vergänglicher Erfahrungen führen.

Getragen vom tiefen Wunsch nach Erwachen zum Besten aller Wesen, suchte er weiter nach dem richtigen Weg. Schließlich schloss er sich einer Gruppe von fünf Asketen an, die in den Wäldern beim heutigen Bodhgaya lebten. Sechs Jahre lang widmete er sich der Askese in der Hoffnung, durch Entsagung Frieden des Geistes zu finden. Nachdem er als Prinz alle Freuden des Körpers und der Sinne erfahren hatte, glaubte er jetzt, Sinneseindrücke seien ein Hindernis und ihre Unterdrückung führe zu mehr geistiger Klarheit. Er übte sich in völliger Entsagung und hätte sich dabei fast zu Tode gehungert. Schließlich erkannte er aber, dass Askese nicht nur den Körper, sondern auch seinen Geist schwächte und ihn dem Ziel nicht näher brachte. Diese Erfahrung war ein weiterer Wendepunkt in seinem Leben - seine Abkehr von den Extremen. Er erkannte, dass er einen Weg der Mitte finden musste.

Nachdem Siddhartha wieder zu Kräften gekommen war, setzte er sich in den Schatten des bekannten Bodhi-Baumes und schwor, diese Stelle erst dann wieder zu verlassen, wenn er eine absolute Ebene von Erfahrung verwirklicht hätte. So saß er sechs Tage und Nächte in tiefer Meditation. Seine Versenkung war so unerschütterlich, dass weder äußere noch innere Ablenkungen ihn stören konnten. In der Morgendämmerung des siebten Tages wurde er im Alter von 35 Jahren zum Buddha, dem Erwachten. Hass, Begierde und Unwissenheit fielen von ihm ab. Die Erde "als Zeuge für seine vollkommene Erleuchtung" anrufend, berührte er mit den Fingerspitzen der rechten Hand den Boden. Als Statue wird er oft in dieser Erdberührungsgeste dargestellt. Von nun an gab es für Siddhartha weder etwas aufzugeben noch etwas zu erlangen, sein Geist war befreit und er hatte vollkommenen Frieden des Geistes gefunden.
Nach seinem Erwachen hielt Buddha im Wildpark bei Isipatana (dem heutigen Sarnath) nahe Benares vor den fünf Asketen, seinen früheren Gefährten, seine erste Lehrrede und verkündete die Vier Edlen Wahrheiten. Die fünf Gefährten wurden damit die ersten Mitglieder der buddhistischen (Mönchs-)Gemeinschaft (Sangha). Von jenem Tage an lehrte Siddhartha 45 Jahre lang im Nordosten Indiens den „mittleren Pfad“, zwischen Luxus und Askese, den achtfachen Pfad von Tugend, Meditation und Weisheit, der zum Erwachen führen würde. Dabei sprach er vor Menschen aller Gesellschaftsschichten, vor Königen und Bauern, Ausgestoßenen, Geldverleihern und Bettlern, Heiligen und Räubern. Die Unterscheidungen der Kastenordnungen oder die Verschiedenheiten sozialer Gruppierungen erkannte er nicht an. Der Weg, den er lehrte, stand allen Männern und Frauen offen, die bereit waren, ihn zu verstehen und zu gehen.

Als Buddha im Alter von 80 Jahren in dem kleinen Dorf Kushinagara - nicht weit von seinem Geburtsort - in einer Vollmondnacht an einer Lebensmittelvergiftung starb, sollen seine letzten Worte gewesen sein: "Jetzt kann ich glücklich sterben. Ich habe keine einzige Belehrung in der geschlossenen Hand festgehalten. Alles, was euch nützt, habe ich schon gegeben." Und zu allerletzt: "Glaubt mir nichts, nur weil ich Buddha bin, sondern prüft, ob es eurer Erfahrung entspricht. Seid euer eigenes Licht."               

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